Die Digitalisierung ist in aller Munde. Vor allem an deutschen Schulen wird diskutiert, inwiefern moderne Technik den Lernfortschritt der Schüler verbessern kann. Deshalb wurde der Digitalpakt für Bayern entwickelt, der im Spätsommer in Kraft treten soll und den Schulen Geld zur Verfügung stellt. Ein Interview mit Daniel Körner, dem Systembetreuer der Nürnberger BOS.

Herr Körner, wie sieht denn die aktuelle Lage an der Schule aus?

Unsere Schule erhält jährlich Geld von der Stadt Nürnberg, das für benötigtes Material verwendet wird. Dieses kann für die Beschaffung von Geräten wie Computern, Beamern oder Whiteboards verwendet werden. Als die Schule vor zehn Jahren in das neue Schulgebäude in Schoppershof gezogen ist, wurde sehr viel Wert auf eine identische technische Ausstattung der Schulräume gelegt. Alle Klassenzimmer erfüllen die Voraussetzungen des „digitalen Klassenzimmers“ mit analoger Tafel, Lehrercomputer, digitaler Großbilddarstellung, WLAN, Lautsprecher, Schulnetz und Dokumentenkamera. Wir haben in unserem Haus auch Pilotklassen, in denen der Lehrer seinen Unterrichtsstoff auf einem Tablet verfasst und diesen zeitgleich mit einem Projektor an die Wand streamt.

Was ist noch verbesserungswürdig?

Es wäre ein sinnvoller Ansatz, dass alle Schüler im Zuge der Digitalisierungsoffensive über ein Tablet verfügen, das sie im Unterricht verwenden können. Die dazugehörige Software soll ein einfaches Lernen ermöglichen. Man könnte zum Beispiel dreidimensionale Koordinatensysteme abbilden oder betrachten, was sich an einer Parabel durch die Veränderung eines Parameters verändert. Außerdem sollten alle Bücher auch als digitale Version von den Verlagen angeboten werden, da das Verstauen von analogen Büchern sehr viel Platz in Anspruch nimmt und die kostenaufwendigen Bücher im Laufe der Jahre oftmals Schaden nehmen.

 

Welche Probleme bringt die Digitalisierung?

Trotz zahlreicher Vorteile gibt es leider auch den einen oder anderen negativen Aspekt. Dazu gehören die hohen Beschaffungs- und Wartungskosten. Wenn etwa ein Antrag für 100 Tablets eingereicht wird, dauert die Bearbeitung oft so lange, dass dann meistens schon ein neueres Modell verfügbar ist. Sprich: Die Geräte veralten sehr schnell aufgrund des rapiden Fortschritts der Technologie. Darum deckt der Digitalpakt nur für den aktuellen Zeitpunkt den Bedarf an technologischen Geräten ab und nicht für einen längeren Zeitraum. So bleibt es stets eine Herausforderung, diese neuen technischen Instrumente, die immer mehr Potenzial bieten, sinnvoll in den Unterricht einzugliedern.

INTERVIEW: BRYAN JAUS, EMIRHAN DURSUN

WordPress Video Lightbox
Share This