Sie sind rosa und glibberig und leben unter der Erde. Vielleicht findest du sie sogar ein bisschen ekelig, aber eigentlich sind sie wahre Helden. Ohne Regenwürmer würden auf den Wiesen und Feldern der Bauern nicht so viel wachsen. Auch das Gemüse in deinem Garten, die Blumen, Sträucher und Bäume würden weniger gut gedeihen. Unser Leser Felix, fünf Jahre alt und aus Windelsbach im Landkreis Ansbach, hat uns vorgeschlagen, doch mal über den Regenwurm zu schreiben. Das haben wir gemacht und Faszinierendes herausgefunden.

Der Regenwurm lebt unter der Erde und ist ein sehr fleißiges Tier. Daher hat er auch seinen Namen. Er ist ein reger, also fleißiger, Wurm. Wenn es regnet, bekommt man ihn häufig auch oberhalb der Erde zu Gesicht. Dann flieht er an die frische Luft, um nicht zu ertrinken. Das Regenwasser flutet nämlich seine Gänge und Höhlen.
Die Tunnel, die Regenwurm gräbt liegen bis zu vier Metern unter der Erde und sind bis zu 20 Meter lang. Auch wenn man es ihm nicht ansieht, der kleine unscheinbare Baumeister gehört zu den stärksten Tiere der Erde. Er kann das sechzigfache seines Gewichts transportieren!

Er hat kein Gesicht, also weder Augen, noch Nase oder Ohren, denn er braucht sie nicht. Er ist der beste und genügsamste Mitarbeiter der Landwirte und sorgt dafür, dass Getreide und Gemüse auf den Feldern und auch die Wiesen, gut gedeihen. Wie macht er das?

Regenwürmer ernähren sich von organischem Material wie Ernteresten und Streu, das ist Stroh oder Laub. Sein Kot ist sehr nährstoffreich, er ist der perfekte natürliche Dünger für alle Pflanzen. Darüber hinaus lockert der Regenwurm durch seine Tunnel den Erdboden und sorgt so dafür, das der Boden gut belüftet wird. So kann der Boden das Regenwasser besser speichern. Etwa wie ein Schwamm. Die Pflanzen haben dann ausreichend Wasser, auch wenn es mal nicht regnet.

Um so mehr Regenwürmer in einem Acker sind, desto fruchtbarer ist er und desto mehr kann man ernten. Auf einem Quadratmeter können bis zu 200 Regenwürmer leben. Hier in Deutschland kennen wir rund 50 Arten dieser fleißigen Würmchen. Sie vermehren sich so schnell, weil sie ein Zwitter sind. Also ein Mann und eine Frau zugleich. Ist das nicht verrückt?

Doch der Regenwurm hat es nicht leicht. Er hat viele Feinde. Tiere, wie Igel, Fuchs, Schlangen, Frösche und Lurche oder Insekten, aber auch viele Vogelarten wie Eulen, Amseln, Drosseln, Stare, Krähen und viele mehr, haben ihn zum Fressen gern. Angler benutzen ihn auch gern als Köder für die Fische. Deshalb vermeidet es der Regenwurm an die Oberfläche zu kommen. Auch deshalb, weil er über seine Haut atmet und in der Sonne schnell vertrocknen würde. Werden die Tage kürzer und kälter, verkriecht sich der fleißige kleine Kerl in tiefere Erdschichten und hält einen langen Winterschlaf. Doch kaum kommt der Frühling, legt er wieder los.

Text und Foto: Michaela Zimmermann,

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