Ehrenmann, I bims und fly sein: Jedes Jahr gibt es ein neues Jugendwort des Jahres. Die Klasse 8e des Sigmund-Schuckert-Gymnasiums Nürnberg hat sich während des Medienprojekts „Klasse!“ mit Jugendsprache auseinandergesetzt.

Ey ihr splasher, seid ihr schon fckn ready für unseren swaggy und dopen Artikel über die nice Jugendsprache? Wer diesen Satz nicht ganz versteht, dem sei gesagt: nicht so schlimm! Jedes Jahr wird in Deutschland das Jugendwort des Jahres neu gewählt. Verena Vogt, Marketing-Managerin beim Langenscheidt-Verlag und Verantwortliche für das „Jugendwort des Jahres“, definiert Jugendsprache so: „Aktuelle Jugendsprache wird von Menschen zwischen ungefähr elf und 19 Jahren gesprochen.“

Aber auch Jüngere schnappen Jugendwörter auf, und Ältere benutzen Wörter aus der Jugendsprache – sei es die aktuelle oder ihre Jugendsprache, die sie in dem Alter gesprochen haben. „Es ist eine Sprache, die zur Abgrenzung von Erwachsenen dient, also vor allem von Eltern oder Lehrern“, sagt Vogt.

Sprache ohne Grammatik

Laut Duden ist Jugendsprache eine Sondersprache, die keine richtige Grammatik besitzt. Und sie wandelt sich ständig wie jede andere Sprache auch: „Knorcke“ findet heute fast keiner mehr etwas, das gerade noch angesagte „Yolo“ ist ebenfalls längst ein Jugendwort für Junggebliebene, aber keinesfalls für die Jugend von heute.

Aber warum ändert sich die Jugendsprache so schnell? Die Medien sind ein Hauptverbreiter solcher Wörter und Ausdrucksweisen. In den sozialen Netzwerken wie Instagram, Twitter, Facebook und Co. werden täglich neue Kommentare und Tweets veröffentlicht, die einen großen Einfluss auf die Schreib- und Sprechweise der Jugendlichen haben.

Durch das Fernsehen und die Musik gehen ebenfalls neue Wörter in die Sprache ein. „Bratan“, ein russisches Wort, das auf Deutsch so viel wie „Bruder“ heißt, wurde beispielsweise durch den bei Jugendlichen bekannten Rapper Capital Bra verbreitet.

In den vergangenen Jahren war ebenfalls zu beobachten, dass die Sprachregeln dabei immer weniger berücksichtigt werden. Im Gegenzug prägen Humor, Ironie, Spiel und Emotionalität den jugendlichen Sprachgebrauch immer mehr.

Wenn jemand „Du siehst aber schön aus – kappa“ sagt, dann meint er das ironisch und humorvoll. „Kappa“ könnte man genauso durch „nicht“ ersetzen. Außerdem werden auch häufiger Abkürzungen verwendet wie beispielsweise „AF“ , was „as fuck“ bedeutet.

Immer mehr Anglizismen

Bemerkenswert ist, dass sich die Jugendsprache nicht nur mit der Zeit verändert, sondern dass ein großer Anteil der Jugendwörter aus anderen Ländern stammt. Das bestätigt auch Langenscheidt-Marketing-Managerin Verena Vogt: „Es kommen immer mehr Anglizismen dazu und Wörter aus der arabischen und türkischen Sprache.“

Autoren: Anita Yousif Gargees, Emre Ceylan und Nisa Cicek

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