JULIUS, 11 JAHRE, ERZÄHLT KIRSTEN HAAKE, WIE ER ZU HAUSE LERNT

Du erlebst gerade etwas ganz Ungewöhnliches: Du hast keine Ferien, musst nicht in die Schule, sollst aber trotzdem lernen – nur eben daheim. Julius ist elf Jahre und lebt in Wentorf, das liegt in der Nähe der Stadt Hamburg. Er erzählt, wie er das macht.

Was hast du für die Schule gemacht?

In Deutsch etwas zum Aufbau von Witzen. In Mathe Wiederholungen und in Naturwissenschaften was über Luft. Das war eigentlich schon kürzer als der Unterricht sonst, viel kürzer. Ich hab jetzt viel freie Zeit.

Wie fühlte sich Unterricht zu Hause an?

Das war schon anders. Man hat ja nur die Eltern, die einem helfen, und keine Freunde. Das fühlt sich ein bisschen einsam an.

Wie lief das dann ab?

Die Aufgaben habe ich über den Schulserver bekommen. Da hat jeder einen Zugang übers Internet, und die Lehrer stellen das Material da hinein. Einige Lehrer haben Aufgaben für die Woche gegeben, andere für einzelne Tage. Wann ich was mache, muss ich selber organisieren.

Weißt du, was die anderen aus deiner Klasse machen?

Ja, über unsere Schulgruppe bei Whatsapp.

Ist es auch gut, zu Hause zu lernen?

Es ist auf jeden Fall ruhiger. Und ich habe mich wohl gefühlt, weil es mein eigenes Heim ist. Außerdem kann man sich leicht was zu essen holen. Der Kühlschrank ist ganz in der Nähe.

Und was machst du nach dem Unterricht?

Ich gehe raus in den Garten und vor dem Haus skaten.

nanu?! Tipp

Info: So klappt das Lernen daheim

Das Wichtigste ist, sich gut zu organisieren. Die Expertin Maresi Lassek rät, sich dafür einen eigenen Tages- oder Wochenplan zu erstellen. „Dieser Plan legt zum Beispiel fest: Wann stehen wir auf und frühstücken?“, erklärt Frau Lassek. Das darf man durchaus später tun als sonst, denn der Schulweg fällt ja weg.

Außerdem steht auf dem Plan: Was machen wir wann? Zum Beispiel: zuerst Mathe, dann ein Buch lesen und zum Schluss ist Zeit für Medien.Mehrere Sender bieten extra ein Programm mit spannenden Wissenssendungen für Kinder an. Die Reihenfolge legst du selbst fest. Auch Pausen gehören zum Plan.

Der Platz zum Lernen ist auch wichtig: Der eigene Schreibtisch ist gut, der Küchentisch aber auch okay. Doch Ordnung ist wichtig, sagt der Lehrer Heinz-Peter Meidinger. „Das Lernen sollte nicht nebenbei stattfinden, sondern ohne Störungen.“ Deshalb: Handy aus!

Unterricht zu Hause darf ruhig kürzer sein als der normale Schultag, meint Frau Lassek. Da reichten auch 10 bis 15 Minuten etwa fürs Kopfrechnen. Und man kann andere Sachen machen als in der Schule. „Spiele wie Scrabble oder Monopoly haben einen hohen Lernwert“, sagt Frau Lassek.

Quelle: dpa , Bild dpa (veröffentlicht in NN, nanu!?-Kinderseite, 21. März)

 

 

 

 

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