Nicht nur Journalisten können in einer Zeitung ihre Meinung äußern, sondern auch Leser. Sie tun dies in Form von Leserbriefen. Leserbriefe dürfen keine Unwahrheiten enthalten und sie dürfen auch niemanden beleidigen. Anonyme Leserbriefe werden nicht abgedruckt. Wer einen Leserbrief an die Zeitung schickt, muss seinen Namen und seine Adresse angeben.

Zum Leitartikel von Sebastian Böhm über die "Medien-Katastrophe" sind folgende Leserbriefe in den Nürnberger Nachrichten erschienen:

Für Selbstkritik auf allen Seiten

Flugzeugabsturz in den französischen Alpen; „Die Medien-Katastrophe“, Leitartikel von Sebastian Böhm

Ich wünschte mir, es gäbe mehr Journalisten, die (nicht nur kurz) nachdenken, prüfen und abwägen, bevor sie einen Bericht veröffentlichen. Und weniger Verantwortliche, die glauben, ein vermeintliches Informationsbedürfnis der Nutzer unter allen Umständen und mit allen Mitteln bedienen zu müssen. Ich glaube nicht, dass es per se eine Nachfrage nach unbedeutenden oder unseriösen Informationen gibt. Aber wenn man solche Informationen anbietet, dann werden sie auch konsumiert. Denn heutzutage geht es nur noch darum, einen Informationsvorsprung (nicht zu verwechseln mit einem Wissensvorsprung!) vor anderen zu haben. Ich schreibe, um die NN- Redaktion in ihrem Kampf gegen innere und äußere Einflüsse darin zu bestärken, den sachlichen, gründlich recherchierten Journalismus dem Boulevard-Journalismus vorzuziehen.
Matthias Heil, Nürnberg

„Es gibt Tage, da schäme ich mich, Journalist zu sein.“ Chapeau, NN! Diese Selbsterkenntnis hat mich doch beeindruckt. Man muss nicht alles drucken oder senden, was sich im rein spekulativen Bereich bewegt, schon gar nicht, wenn dabei Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Das rechne ich der Redaktion hoch an! Dem nach Voyeurismus heischenden Boulevard wird man damit vermutlich nicht gerecht werden. Wir Leser müssen uns selbstverständlich an die eigene Nase fassen, da wir zu oft auch schnellstmöglich Fakten wollen, aber dann nicht selten Spekulationen gierig aufsaugen. Hier ist beim Leser wieder mehr Geduld gefragt. Für eine Zeitung ist das sicherlich eine Gratwanderung. Ich bitte Sie aber trotzdem, diese kritische Einstellung in allen Bereichen beizubehalten! Norbert Beer, Burgoberbach

Was bringt es, wenn Herr Dobrindt über der Unfallstelle kreist und sich Frau Merkel medienwirksam ablichten lässt? Jede Woche sterben auf deutschen Straßen etwa 65 bis 70 Menschen, viele werden schwer verletzt. Das nehmen wir in Kauf und ist der Preis für die grenzenlose Mobilität nach dem Motto „Freie Fahrt für freie Bürger“. Wenn es die Politik ernst meint, müsste mit Tempolimits gegengesteuert werden. Damit könnte wesentlich mehr Menschen das Leben gerettet werden. Das wird offensichtlich deshalb nicht gemacht, weil das medial nicht so spektakulär ist — außerdem müsste man sich mit der mächtigen Autolobby anlegen. Das alleinige Bedauern von Toten bei Großunglücken ist für mich unglaubwürdig, so lange sich die Politik für die körperliche Unversehrtheit im Straßenverkehr kaum einsetzt. Harald Oelschlegel, Nürnberg

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