Stefan Drücke arbeitet seit zwölf Jahren als Klinikclown. Dann heißt er nicht Stefan, sondern „Dr. Beppo“, der mit seiner Clownpartnerin „Dr. Maggie Mc Dudel“ Kinder im Krankenhaus und alte Menschen in Pflegeheimen besucht. Ihre Medizin ist das Lachen. Denn das hilft dem Körper beim Gesundwerden und der Seele, um Krisen besser bewältigen zu können.

Wer hatte die Idee für die Klinikclowns?

Stefan Drücke: Der Gründervater aller Klinikclowns ist Michael Christensen. Er war ein Clown im Big Apple Circus, das ist ein Zirkus in der amerikanischen Stadt New York City. Das war vor ungefähr 30 Jahren. Unser Verein KlinikClowns Bayern wurde gegründet von Elisabeth Makepeace, sie ist auch immer noch unsere Chefin.

Was bringt die Kinder zum Lachen?

Drücke: Wir haben kein festes Programm. Die Kinder sind ja auch sehr verschieden. Manche fiebrig, manche ängstlich oder aufgedreht. Wir gehen auf die Stimmung des Kindes ein. So bestimmen die Kinder auch selbst, was passiert.

Wie lange dauert euer Programm?

Drücke: Eine Clownsvisite dauert so zwei bis zweieinhalb Stunden. Wie lange wir in einem Zimmer bleiben, hängt vom Kind ab. Wir bleiben so lange, wie das Kind Spaß hat.

Im Krankenhaus oder Altersheim ist die Stimmung oftmals bedrückend. Ist das nicht ansteckend?

Drücke: Es kostet Kraft. Ich denke, deshalb ist es auch wichtig, dass wir zu zweit sind. Hinterher können wir darüber reden, was geschehen ist. Es ist auch wichtig, dass man gut ausgeschlafen zu einer Visite kommt. Aber ansteckend soll vor allem die gute Laune sein, die wir verbreiten möchten.

Was gefällt dir an deinem Job am meisten?

Drücke: Ich finde es wunderschön, dass ich einerseits etwas sozial Wichtiges tue, was mich andererseits kreativ fordert. Man kann viele Geschichten erzählen. Außerdem lernt man viele, viele Menschen kennen. Das hat etwas sehr Berührendes. Ich entdecke dadurch immer wieder neue Seiten von Humor. Im besten Fall muss ich bei einer Visite selber viel schmunzeln oder lachen.

Was ist dein Geheimrezept für gute Laune?

Drücke: Sobald ich die rote Nase aufsetze und zum „Dr. Beppo“ werde, habe ich immer gute Laune.

Drücke: Natürlich darf auch „Dr. Beppo“ jetzt in kein Kinderkrankenzimmer, aber glücklicherweise kann ich mit meiner Partnerin „Maggie Mc Dudel“ im Krankenhaus auf dem Balkon spielen, und die Kinder freuen sich hinter den Fensterscheiben über unser Spiel.

http://www.klinikclowns.de/

Autorinnen: Amelie Splieth und Emilia Bang, Foto: Credit Klinikclown: Ludwig Olah

WordPress Video Lightbox
Share This