Keine 40 Kilometer von Nürnberg steht eine Auffangstation für Raubkatzen.

Das Raubtier- und Exotenasyl in Ansbach ist ein Tierheim – nur, dass hier keine Hunde und Katzen leben, sondern Tiger, Pumas und Füchse. Streicheln darf man die Tiere zwar nicht. Dafür aber einen einmaligen Kindergeburtstag neben Tigern feiern.

Das Raubtier- und Exotenasyl liegt in Wallersdorf bei Ansbach am Rande einer Wohnsiedlung. Da „Raubtier- und Exotenasyl“ aber viel zu lang ist, wird die Auffangstation meist nur „Raubkatzenasyl“ genannt. Denn die meisten der Bewohner sind große Katzen wie Tiger oder Pumas. Besitzer und Betreiber der Anlage ist ein Verein, der sich über Spenden und die Beiträge von Mitgliedern finanziert. Jörg Endres ist Vize-Vorsitzender des Vereins und ehrenamtlicher Tierpfleger im Raubkatzenasyl. Er erklärt, wie das Ganze entstanden ist: „Angefangen hat alles vor etwa 40 Jahren mit einem Ehepaar, das sich Raubkatzen privat gehalten hat. Irgendwann konnten sich die beiden aber nicht mehr so gut um die Tiere kümmern. Deswegen wurde der Verein gegründet.“

Doch der Verein wollte nicht nur die Tiere aus der Privathaltung übernehmen. Die Gehege wurden immer weiter ausgebaut und zu einer Auffangstation umgebaut. Im Raubkatzenasyl fanden anfangs vor allem illegal geschmuggelte Tiere Unterschlupf. Heute sind es normalerweise Zirkustiere. Sie wurden von ihren Besitzern meistens sehr schlecht behandelt. Im Raubkatzenasyl werden sie von ausgebildeten Tierpflegern umsorgt. Außerdem muss der Verein strenge Auflagen erfüllen und nachweisen, dass die Tiere artgerecht gehalten werden.

Dem Verein ist es wichtig, dass die Leute das Raubkatzenasyl besuchen und sich ein Bild von der Arbeit vor Ort machen. Deswegen gibt es an jedem ersten Sonntag im Monat einen Tag der offenen Tür, an dem jeder kommen kann. Jörg Endres ergänzt aber: „Besuche oder auch Kindergeburtstage sind aber mit Voranmeldung jederzeit möglich, mit oder ohne Tigerfütterung.“ Ab und zu veranstaltet der Verein auch Fototage oder hat Hundeschulen zu Besuch. Mitnehmen kann man leider keines der Tiere.

Wollen die Kinder aber unbedingt eine Katze haben, rät Jörg Endres den Eltern zwei Sachen: „Zum einen: Holen Sie sich kein Tier von einem Züchter, sondern aus einem Tierheim. Dort gibt es genug, die es verdient haben, in gute Hände zu kommen.“ Außerdem empfiehlt er, sich beraten zu lassen: „Wie kommt das Tier mit anderen klar? Braucht es viel Auslauf? Das wissen die Mitarbeiter in den Tierheimen meist am besten.“ Und soll es ein Hund werden, hat Jörg Endres noch einen Geheimtipp: Am besten zuerst eine Leine kaufen und die Kinder jeden Tag nur mit der Leine Gassi gehen lassen. So gewöhnen sie sich an den täglichen Auslauf und merken, dass ein Haustier auch Pflege, Aufmerksamkeit und Liebe braucht.

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